Aufruf an alle Eltern

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19.03.2020

Es sind für Sie schwierige Zeiten, auch für Ihre Kinder. Es wird jetzt darauf ankommen, wie Sie Ihren Kindern den Umgang mit diesen außergewöhnlichen Umständen vermitteln.

Es ist uns bekannt, dass es für Sie als Eltern eine große Herausforderung ist, trotzdem brauchen Ihre Kinder genau jetzt Sie beide als Eltern, weil jeder von Ihnen beiden anders mit dieser Krisensituation umgeht und damit jeder von Ihnen beiden Ihren Kindern Stabilität geben kann, vergessen Sie das nicht.

Sie können sich nicht mehr auf Betreuung durch staatliche Institutionen und auf Großeltern stützen.

Umgangszeiten, die bis jetzt für Ihre Kinder vereinbart waren (gerichtlich oder außergerichtlich), gelten grundsätzlich weiter.

Umso wichtiger ist aber nun, dass Sie als Eltern gemeinsam Ihre Betreuungszeiten für die Kinder nach Ihren derzeitigen beruflichen Gegebenheiten anpassen. Der erste Ansprechpartner für die Kinderbetreuung ist immer der andere Elternteil. Persönliche Animositäten haben jetzt keinen Raum mehr. Keinesfalls sollten Sie Großeltern in Anspruch nehmen, denn sie gehören der Hochrisikogruppe an.

Für alle Eltern sollte der Grundsatz gelten: „Wir gucken gemeinsam neu auf die Betreuungszeiten unserer Kinder und wir versprechen uns, dass wir als Eltern gemeinsam unsere Kinder in dieser Ausnahmesituation stärken werden, jeder mit seinen Ressourcen.“ Sind beide Eltern von der Arbeit freigestellt (kein Home-Office), dann sollten die Betreuungszeiten nach Möglichkeit annähernd hälftig geteilt werden.

Familiengerichte erwarten in laufenden Verfahren von Ihnen beiden ein angemessenes Verhalten. Die in familiengerichtlichen Verfahren Beteiligten werden spätere Berichte ernst nehmen, die über Eltern/Elternteile geäußert werden, die auch unter äußerst ungewöhnlichen Umständen unflexibel und selbstbezogen reagiert haben.

Nochmals: Sämtliche Konflikte spielen derzeit keine Rolle, damit Ihre Kinder und Sie gut durch diese Zeit kommen, die durchaus auch Chancen bietet.